Internate Kanada: Auslandsjahr im anderen Amerika

Ein Auslandsjahr in Amerika steht seit Generationen bei vielen Schülerinnen und Schülern auf dem Wunschzettel. Der Gedanke dreht sich dabei meistens um die USA, denn von dort stammt das Bild, das wir von einer High School haben. Internate in Kanada waren in der Vergangenheit daher oft weniger gefragt als die Boarding Schools in den USA. Dabei haben die kanadischen Schulen alles zu bieten, was man sich von amerikanischen Internaten erwartet. Und dazu kommen die kleinen Besonderheiten, die ein Auslandsjahr in Kanada zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

 

Das Schulsystem Kanadas – ein Überblick

Generell gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen Kanada und den USA. Das trifft auch auf das Schulsystem zu. Hier wie dort endet die Schule generell nach dem 12. Schuljahr und viele Absolventen wechseln danach auf das College. Ebenso wie in den USA gibt es auch in Kanadas System nur eine High School für alle, unabhängig von akademischer Leistungsstärke. Das bedeutet auch, dass nominell alle mit demselben Abschluss die Schule verlassen, dem High School Diploma. An dieser Stelle zeigt sich aber der erste Unterschied. Kanadas Bildungswesen genießt international einen sehr guten Ruf, wie etwa das gute Abschneiden des Landes bei der PISA-Studie bestätigt. Die Abschlüsse aus den kanadischen Provinzen Quebec und Ontario können in Deutschland unter gewissen Voraussetzungen sogar dem deutschen Abitur gleichgestellt werden und berechtigen damit zum Besuch einer deutschen Universität.

 

Was bieten Internate in Kanada?

In jedem Fall ist der Besuch eines Internats in Kanada während eines Auslandsjahres ein ganz anderes Schulerlebnis als in Deutschland. Als Ort, an dem nicht nur gelernt, sondern auch die Freizeit verbracht wird, haben die Schulen eine ganz andere Bedeutung für den Alltag.

Zu den Merkmalen privater kanadischer Internate gehören:

 

  • Eine sichere und warmherzige Umgebung
  • Kleine Klassen
  • Gut ausgestattete Unterrichtsräume
  • Engagierte Lehrkräfte, die Schüler individuell fördern und auch nach dem Ende der Stunde noch ansprechbar sind
  • Unterricht, der zum Beispiel mit Projektarbeit, Exkursionen und interessanten Wahlfächern über den starren Lehrplan hinausgeht
  • Individuelle Förderung von Talenten in Sport, Musik und Kunst
  • Freiraum für Kreativität in der Freizeit
  • Betreuung und verfügbare Ansprechpartner zu allen Belangen
  • Gute Sportanlagen, die auch in der Freizeit zur Verfügung stehen
  • Professionelle Trainingsmöglichkeiten, Weiterentwicklung von Sporttalenten und Wettkämpfe auf hohem Niveau

 

Dazu gibt es auch in Kanada das echte Campus-Gefühl, wie es zu Internaten nun einmal dazugehört. Amerikanische und kanadische Schüler fühlen sich mit ihren Schulen generell mehr verbunden, als das oftmals in Deutschland der Fall ist. Das liegt vor allem am Sport, der in jungen Jahren in erster Linie an der Schule stattfindet und nicht wie in Europa üblich in Vereinen. Genau dieser „School Spirit“ wiederum macht einen großen Teil der Faszination aus, die das nordamerikanische Schulsystem auf deutsche Schüler ausübt. Und natürlich zeigt sich dieses Gemeinschaftsgefühl am stärksten an Internaten. In dieser Umgebung entstehen nicht selten Freundschaften fürs Leben, auf jeden Fall aber entsteht ein neues Gefühl für Schule.

 

Die Vielfalt kanadischer Internate

Kanada ist ein riesiges Land, der Fläche nach sogar das zweitgrößte der Erde. Zwar ist weit mehr als die Hälfte der Landfläche so gut wie unbewohnt, aber im Süden Kanadas bleibt immer noch genug Platz für eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften. Entsprechend finden sich auch unter Kanadas Internaten viele verschiedene Varianten. Wer sich für ein Auslandsjahr in Kanada interessiert, tut gut daran, sich einmal mit den Regionen des Landes zu beschäftigen. Die Internate in Kanada sind immer auch ein Spiegel ihrer Umgebung.

 

Ontario

Bei der Suche nach Internaten in Kanada kommt man an der Provinz Ontario nicht vorbei. Sie liegt in der östlichen Hälfte des Landes. Hier liegt der Großraum um Toronto, in dem einige der gefragtesten Internate Kanadas liegen. Dazu gehört etwa das akademisch anspruchsvolle Pickering College oder, etwa zwei Stunden von der Metropole entfernt, das familiäre Albert College. Mitten in der Stadt liegt mit der Bishop Strachan School ein sehr gutes Internat für Mädchen. Ebenfalls in städtischer Lage, aber in der Hauptstadt Ottawa, befindet sich das Ashbury College.

 

Québec

Die Provinz Québec liegt östlich von Ontario, die größte Stadt hier ist Montreal. Kanada ist im ganzen Land offiziell zweisprachig englisch und französisch und das zeigt sich besonders hier in Québec. In der Provinz befinden sich zwei Internate, an denen Englisch die Umgangs- und Unterrichtssprache ist, nämlich das Stanstead College mit sehr sportlichem Profil und die Bishop’s College School, an der das Programm des International Baccalaureate unterrichtet wird. Diese Schulen sind als Orte für das Auslandsjahr in Kanada vor allem für diejenigen Schüler zu empfehlen, die Französisch als zweite Fremdsprache haben.

 

British Columbia

Eine andere Schwerpunktregion für Internate in Kanada ist die Provinz ganz im Westen des Landes. Mehrere der Internate in British Columbia liegen auf Vancouver Island. Diese Lage vereint die Nähe zu den Großstädten Victoria und Vancouver mit einer Umgebung, die für ihre natürliche Schönheit berühmt ist. So wird ein Auslandsjahr am Internat in Kanada etwa an der Shawnigan Lake School oder an der Brentwood College School zu einem Erlebnis, das auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Atlantikprovinzen

Auf der anderen Seite Kanadas, am Atlantik, sind die Landschaften nicht weniger spektakulär. Auch in dieser Gegend gibt es kanadische Internate, an denen ein Auslandsjahr möglich ist. In New Brunswick etwa gibt es die Rothesay Netherwood School, die nicht weit von einer Bucht des Atlantiks entfernt liegt. Ebenfalls fast direkt am Wasser liegt die familiäre King’s-Edgehill School in der Provinz Nova Scotia, das älteste private Internat Kanadas.

 

Prärieprovinzen

Das weite Land, das zwischen den urbanen Zentren Toronto und Vancouver liegt, wird manchmal mit dem Begriff „Prärieprovinzen“ zusammengefasst. Gemeint sind die Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba. Zu den Internaten in Kanadas vielleicht authentischster Region gehören die Luther College High School und das sehr sportliche Athol Murray College of Notre Dame. Wer ein Auslandsjahr in Kanada in dieser Region verbringt, darf sich auf ein echt kanadisches Erlebnis freuen, auf eine sichere und bodenständige Umgebung und auf viele einheimische Mitschüler in einer großen Gemeinschaft.

 

Das richtige Internat in Kanada finden

Ein Auslandsjahr am Internat in Kanada ist zunächst einmal eine wichtige Entscheidung. Die Schulen sind nicht nur in unterschiedlichen Regionen zu finden, sondern sie haben auch alle ihren eigenen Charakter. Es gibt Internate mit speziellen akademischen Programmen; solche mit besonders guter Sportförderung oder solche mit besonders weitreichenden Outdoor-Angeboten. Wer sich für ein Schuljahr in Kanada interessiert, sollte also am besten zunächst ein paar Kriterien festlegen. Die große Zahl kanadischer Internate ermöglicht eine höchst individuelle Auswahl. Und diese Selektion wiederum sorgt dafür, dass das Auslandsjahr wirklich zu dem unvergesslichen Erlebnis wird, das man sich verspricht. Um das sicherzustellen, bietet es sich an, mit einer spezialisierten Internatsberatung für Kanada zusammenzuarbeiten. Diese wird die kanadischen Internate vorstellen, die am besten zum individuellen Anforderungsprofil passen. Zudem unterstützt sie tatkräftig bei der Bewerbung und kann gut einschätzen, an welchen Schulen gute Chancen auf einen Platz bestehen.

 

Schulabschluss am Internat in Kanada

Die meisten Schüler aus Deutschland entscheiden sich für ein Schuljahr in Kanada. Danach kehren sie wieder in ihre heimische Schule zurück und machen ihren Schulabschluss zu Hause. Es kommt allerdings auch vor, dass es den internationalen Schülern in Amerika so gut gefällt, dass sie länger bleiben und dort ihren Abschluss machen. Das ist nicht verwunderlich, denn die kleinen Klassen und die individuelle Förderung am Internat in Kanada schaffen oft neuen Spaß am Lernen. Die Abschlussdiplome der High Schools erlauben dann eine Bewerbung an Colleges in Kanada und den USA. Unter Umständen können sie aber auch in Deutschland als Studienberechtigung akzeptiert werden. Das gilt besonders für Abschlüsse, die in den Provinzen Ontario oder Québec erlangt worden sind. Darüber hinaus bieten mehrere Internate in Kanada das International Baccalaureate (IB) an, das weltweit als Schulabschluss akzeptiert wird.

 

Was kostet ein Internat in Kanada?

Ein Auslandsjahr in Amerika ist immer auch eine Kostenfrage. In dieser Hinsicht haben die Internate in Kanada gegenüber denen in den USA oft einen Vorteil, denn in den meisten Fällen sind die Schulgebühren niedriger. Natürlich gibt es auch in Kanada ebenso wie in den USA oder in anderen Ländern Unterschiede zwischen den Schulen, so dass man nie einfach nur zwei Internate miteinander vergleichen kann. Insgesamt betrachtet liegen die Kosten für ein Auslandsjahr am Internat in Kanada aber im Rahmen zwischen umgerechnet 40.000 und 65.000 Euro. In den USA ist eher de Preisspanne 50.000-75.000 Euro anwendbar. Sogar im Vergleich mit Schulen in Großbritannien stehen kanadische Internate häufig günstiger da.

 

Der Weg zum Auslandsjahr in Kanada

Ein faszinierendes Land entdecken, internationale Freundschaften schließen, perfektes Englisch lernen – die Motive für ein Auslandsjahr in Kanada sind vielfältig. Das beste Erlebnis wartet dabei auf alle, die sich für ein kanadisches Internat entscheiden. Internate sind sehr erfahren darin, Schülern aus dem Ausland ein Zuhause auf Zeit zu bieten. Sie sorgen für Unterricht auf hohem Niveau, für Unterkunft und Verpflegung und sie haben eine breite Palette von Angeboten für die Freizeit. Zudem sorgt ein Netz aus Betreuern und Ansprechpartnern dafür, dass sich die Eltern zuhause keine Sorgen machen müssen.

Die Plätze an den Internaten in Kanada werden über ein Bewerbungsverfahren vergeben. Dabei muss man allerdings kein Einser-Schüler sein, um erfolgreich zu sein. Vielmehr geht es darum, insgesamt einen guten, aufgeschlossenen Eindruck zu hinterlassen. Eine spezialisierte Internatsberatung für Kanada weiß gut, worauf die Zulassungsbüros der Internate achten. Sie kann daher wertvolle Hinweise geben, die die Chancen auf eine Annahme verbessern.

 

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