Schulen in Kanada vs. Schulen in den USA

Wer sein Kind für ein Jahr oder länger an eine Schule im Ausland gehen lässt, macht sich im Vorfeld viele Gedanken und hat selbstverständlich den Wunsch, die beste Schule zu finden. Doch es zeigt sich schnell, dass sich gar nicht so einfach definieren lässt, welches die beste Schule in Nordamerika ist. Schließlich sind die Kriterien keineswegs bei allen Interessenten gleich. Während manche Familien sich eher eine familiäre Schule für ihre Kinder wünschen, setzen andere auf eine große Schule. Für einige ist ein sehr gutes Lehrangebot in den Naturwissenschaften ein entscheidendes Kriterium, für andere ist es das Curriculum im Bereich von Fremdsprachen, Kunst oder Musik. Die Liste der Aspekte, nach denen eine Schule für ein Auslandsjahr ausgewählt wird, ist lang und höchst individuell.

Dennoch gibt es einige grundsätzliche Überlegungen, die eine erste, grobe Vorauswahl ermöglichen können:

 

Schulsystem allgemein

Die Schulsysteme der beiden Länder sind sich recht ähnlich. Beide haben einheitliche Schulen für alle Schülerinnen und Schüler, ungeachtet der individuellen Leistungen und Fähigkeiten und beide sehen 12 Schuljahre bis zum Abschluss vor. In der Highschool wird dann differenziert, wenn Schülerinnen und Schüler bestimmte Fächer nach ihren Interessen und Neigungen auswählen können und wenn zudem die Möglichkeit besteht, die tiefergehenden AP-Kurse zu belegen. Kanada ist dafür bekannt, jährlich große Summen in das Schulsystem zu investieren. Das zahlt sich aus: In den PISA-Vergleichsstudien belegt Kanada einen der vorderen Plätze und erreicht in allen Teilbereichen (Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften) Werte, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Doch auch die USA liegen beim PISA-Vergleich bei Lesekompetenz und Naturwissenschaften noch vor Deutschland und Österreich.
Vorteil Kanada

 

Schulabschlüsse

Ungeachtet der Durchschnittswerte, die in der PISA-Studie ermittelt werden, steht es natürlich jeder Schülerin und jedem Schüler frei, sich ins Zeug zu legen und einen sehr guten Abschluss zu erlangen. Wer danach eine Hochschule in Nordamerika besuchen will, hat mit einem guten Highschool-Abschluss alles, was er oder sie braucht. Etwas anders sieht es für alle aus, die nach dem Schulabschluss in Amerika nach Europa zurückkehren und dort ein Studium beginnen wollen. Der Highschool-Abschluss aus den USA reicht nicht aus, um uneingeschränkten Zugang zu allen Studienfächern zu erlangen. In Kanada gibt jede Provinz ihre eigenen Schulabschlüsse heraus, wobei die Diplome aus Québec und Ontario unter gewissen Umständen in Deutschland als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt werden können. In beiden Ländern gibt es als Alternative jedoch auch die Möglichkeit, Schulen zu besuchen, die das International Baccalaureate (IB) anbieten. Mit diesem Abschluss ist es weltweit möglich, ein Studium an einer Universität aufzunehmen.
Vorteil Kanada

Schulauswahl

Die USA bieten eine fast endlos erscheinende Vielfalt von Landschaften und Regionen und überall im Land gibt es Schulen, an denen internationale Schülerinnen und Schüler für ein Auslandsjahr in Amerika willkommen sind. Genauso vielseitig wie das Land zeigen sich auch die Schulen. Es gibt alle erdenklichen Ansätze, Philosophien und Schwerpunkte, so dass eine sehr individuelle Auswahl der besten Schule möglich ist. In Kanada gibt es ebenfalls Schulen in fast allen Landesteilen, die jeweils ihr eigenes Ambiente und Angebot haben, allerdings ist die Gesamtzahl der Schulen kleiner als im Nachbarland. Zudem hat Kanada klimatisch und landschaftlich insgesamt weniger Vielfalt aufzuweisen als die USA.
Vorteil USA

Fächerangebot

Ebenso wie in Deutschland ist auch in anderen Ländern die Oberstufe so gestaltet, dass zumindest ein Teil der Fächer im Stundenplan selbst gewählt werden kann. Das ist auch bei den Schulen in Nordamerika nicht anders – sowohl das kanadische als auch das amerikanische Schulsystem sehen Wahlmöglichkeiten vor. Die Auswahl ist dabei allerdings in vielen Fällen deutlich größer als an deutschen Schulen. Kurse in Robotik, Anatomie, Meereswissenschaften, 3D-Animation oder Drehbuch-Schreiben sind einige Beispiele für Fächer, die man nicht überall im Lehrplan findet. Hinsichtlich der Fremdsprachen findet man an allen US-Schulen Spanisch und an allen kanadischen Schulen Französisch im Curriculum, viele Schulen bieten daneben noch weitere Fremdsprachen an. Wie breitgefächert die Auswahl an Schulfächern ist, hängt von den Schulen selbst ab, wobei die amerikanischen Schulen etwas mehr Spielraum in der Ausgestaltung ihres Angebots haben als die kanadischen.
Vorteil USA

Sport- und Freizeitangebot

Vieles von dem, was Schülerinnen und Schüler in Europa in Vereinen oder Verbänden machen, findet in den USA und Kanada am Nachmittag in den Schulen statt. Das gilt besonders für den Sport, aber auch für Musik und Kunst. Das außerunterrichtliche Angebot ist vor allem für die europäischen Schülerinnen und Schüler wichtig, die für ein Auslandsjahr nach Amerika gehen, denn natürlich wollen diese nicht nur Unterricht erleben. Welche Aktivitäten im Allgemeinen angeboten werden, liegt im Ermessen einer jeden Schule. Dabei ist im Durchschnitt betrachtet die Auswahl der Sportarten, die in Wettbewerben gegen andere Schulen ausgeübt werden, in den USA etwas größer als in Kanada. Bei den kanadischen Schulen wird aber, ebenfalls ganz allgemein betrachtet, oft mehr Freizeitsport ohne Wettbewerb angeboten, etwa Yoga, Klettern, Mountainbiking oder Fitness.
Unentschieden

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