Es gibt wohl kaum eine Familie, in der ein Auslandsjahr während der Schulzeit noch nie ein Thema war. Amerika steht dabei immer an der Spitze der Wunschliste: Schon viele Zehntausend junge Deutsche sind für ein Schuljahr in die USA. Um den Traum wahrzumachen, sind private Internate eine mögliche Option. Doch wie geht man vor? Worauf muss man achten? Welche Hilfe leisten Internatsberatungen? Wie stehen die Chancen? Was passiert nach dem Ende des Schuljahrs in Amerika? Diese und weitere Fragen werden in diesem vollständigen Wegweiser zum Auslandsjahr an einem Internat in den USA beantwortet.
Inhalt
Überblick: Boarding Schools in den USA
Die Entwicklung des nordamerikanischen Schulwesens wurde zu einem großen Teil von Einwanderern aus Europa, unter anderem aus Großbritannien, beeinflusst. Diese Einwanderer brachten auch die Idee von Schulen mit angeschlossenen Unterkünften mit in die Neue Welt. Und dort macht diese Idee auch besonders Sinn: Auf Grund der großen Entfernungen und der hohen regionalen Mobilität der Amerikaner ist es oft vorteilhaft, wenn die Jugendlichen auch in der Schule statt im Elternhaus wohnen. Spätestens mit dem Einstieg ins College ist das ohnehin der normale Ablauf in den meisten Familien. Entsprechend gibt es Boarding Schools in fast in allen Teilen des Landes, insgesamt sind es mehrere hundert. Die allermeisten befinden sich in der Region Neu-England rund um die Metropolregion Boston, aber auch in allen anderen Teilen des Landes lassen sich Internate finden.
Ebenso wie die bekanntesten Universitäten der USA sind auch die Internate oft privat. Das ist zwar mit Schulgebühren verbunden, eröffnet aber auf der anderen Seite die Möglichkeit für die Schulen, auch Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland aufzunehmen. Diese können sich an solchen Boarding Schools für ein Schuljahr in den USA um eine Aufnahme bewerben und müssen dann ebenfalls die Schulgebühren zahlen.
Kosten für ein Schuljahr in den USA
Schulgebühren und weitere Kosten
Die eigentlichen Schulgebühren machen den weitaus größten Teil der Kosten für ein Auslandsjahr in Amerika aus. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen – von etwa $50.000 bis über $100.000 pro Schuljahr ist alles möglich. Dabei sind die Preise nicht uneingeschränkt vergleichbar: Einige Schulen bieten einen tatsächlichen Komplettpreis, bei vielen anderen kommt zu den genannten Kosten für ein Schuljahr in Amerika noch eine unterschiedlich lange Liste von weiteren Gebühren hinzu. Das können zum Beispiel „international fees“ sein für die Erstellung des Datensatzes für das Visum oder „activity fees“ für die Teilnahme an bestimmten Angeboten.
Entsprechend variabel ist auch die Liste der zusätzlichen Gebühren und Kosten, die anfallen können. So sind etwa Kosten für die Schuluniform möglich, für Klassenreisen oder für die Belegung bestimmter Kurse. Darüber hinaus müssen Familien bei der Finanzplanung weitere Ausgaben kalkulieren. Dazu gehören vor allem die Bewerbungsgebühren (meist im Rahmen von $100-$200 pro Schule), die Reisekosten, die Kosten für den Visumsantrag sowie die in den meisten Fällen erforderliche, internationale Krankenversicherung.
Stipendien und Ermäßigungen für ein Schuljahr in Amerika
Im Zusammenhang mit den Gebühren für Privatschulen in Amerika kommt immer wieder das Thema Stipendien auf. Tatsächlich sind diese aber bei den High Schools nur sehr selten zu finden. Dennoch gibt es an jedem privaten Internat Möglichkeiten, um die Gebühren für ein Schuljahr in den USA zu senken. Das Verfahren nennt sich „Financial Aid“ und richtet sich nicht nur an Familien mit geringen Einkommen. Stattdessen werden bei der Bewertung der Anträge auf Finanzhilfen auch Faktoren wie Zahl der Kinder oder laufende finanzielle Belastungen berücksichtigt. Auch wer glaubt, nicht für finanzielle Hilfen in Frage zu kommen, kann über eine solche Bewerbung oft zumindest einen kleinen Teil der Gebühren einsparen. In den allermeisten Fällen ist die Beantragung von Financial Aid an ein standardisiertes Verfahren eines externen Dienstleisters ausgelagert. Familien können einen solchen Antrag, für den eine Reihe sensibler Daten erforderlich sind, einmal erstellen und diesen dann je nach Bedarf bei mehreren Schulen einreichen. Ob ein Antrag auf Finanzhilfen eingereicht wird oder nicht, wirkt sich nicht auf die Chancen bei der eigentlichen Schulbewerbung aus.
Vor der Bewerbung
Der Auswahlprozess
Bevor die Schulen ihre Auswahl unter den Bewerbern treffen, fällt die Qual der Wahl zunächst an die Bewerber selbst. Es gilt zunächst, aus der Liste theoretisch möglicher Schulen eine Auswahl herauszufiltern. Angesichts der Vielzahl der Internate, an denen ein Auslandsjahr in den USA möglich ist, fällt das oft nicht einfach. Zu den Kriterien, die in diesem ersten Schritt angewandt werden sollten, gehören:
- Geographische Lage – welche Regionen der USA kommen generell in Frage, auch im Hinblick auf Erreichbarkeit und klimatische Bedingungen?
- Akademisches Programm – welcher Abschluss soll verfolgt werden? Soll es eine Schule mit IB sein? Sind AP-Kurse wichtig? Muss eine bestimmte Fremdsprache angeboten werden?
- Schulphilosophie – geht es vor allem um ein forderndes akademisches Programm oder soll das Auslandsjahr in Amerika vor allem ein Jahr der Erfahrungen und Erlebnisse sein?
- Finanzfragen – an welchen Schulen passen die Schulgebühren ins Budget?
- Angebote außerhalb des Klassenraums – Angebot von bestimmten Sportarten oder künstlerische / musische Programme
In vielen Fällen hat man mit dieser Vorauswahl von den insgesamt verfügbaren, rund 350 Boarding Schools in den USA, schon einmal etwa die Hälfte aussortiert. Das aber sind immer noch viel zu viele, um sich an allen zu bewerben. Daher geht es nun an die Feinauswahl. Dabei spielen unter anderem die folgenden Aspekte eine Rolle:
- Größe der Schulgemeinschaft – es gibt Internate mit nur etwa 100 und es gibt solche mit mehr als 1500 Schülern. Ebenso ist für viele Familien interessant, wie viel Prozent der Schülerschaft als Internatsschüler auf dem Schulgelände leben.
- Räumliche Lage – soll es lieber ein Internat mit weitläufigem Campus in ländlicher Umgebung sein oder ist eine städtische Umgebung gewünscht?
- Perspektiven – soll es nach einem Schuljahr in Amerika wieder zurück ins deutsche Schulsystem gehen oder soll es ein amerikanischer Abschluss und vielleicht ein daran anschließendes Studium in Amerika sein?
- Fächerauswahl – gibt es bestimmte Wahlfächer, die gewünscht sind oder gibt es spezielle Unterrichtsinhalte, die für die Rückkehr nach Hause erforderlich sind?
- Freizeit und Interessen – welche Sportprogramme oder welche künstlerischen / musischen Angebote passen zu den Erwartungen des Schülers?
Im Idealfall sollte nach dieser zweiten Bewertungsrunde noch eine überschaubare Zahl von Schulen in der Auswahl bleiben. Für diese sollte dann eine Gewichtung erfolgen. Diese orientiert sich etwa an den Fragen, an welcher Schule eine Bewerbung aussichtsreich ist und inwiefern die Atmosphäre und Kultur an einer Schule zur Persönlichkeit des Bewerbers passen.
Schulen kennenlernen
Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Familien ihr Wissen über die in Frage kommenden Internate meist nur über die Empfehlung der Schulberatung und über die Websites der Schulen selbst zusammengetragen. Was fehlt, ist ein persönlicher Eindruck, ein Bauchgefühl. Wer möchte, kann die Schulen persönlich besuchen, was aber natürlich angesichts der Entfernung nicht immer ganz einfach ist. Eine gängige Alternative ist ein unverbindliches Video-Meeting mit einem Vertreter der Schule. Dabei kann man auch Fragen stellen, die auf der Website vielleicht nicht beantwortet werden. Weiterhin reisen oft auch Schulvertreter nach Deutschland, um sich persönlich mit potenziellen neuen Schülern und deren Familien zu treffen. Beides sind gute Optionen, um eine Entscheidung für eine Schule abzusichern.
Vor dem Schuljahr in Amerika: Absprache mit der heimischen Schule
In den meisten Fällen soll nach dem Ende des Auslandsjahres in den USA eine Rückkehr ins deutsche Schulsystem erfolgen und das möglichst, ohne dass eine Klasse wiederholt werden muss. Das ist in aller Regel auch möglich, allerdings ist Voraussetzung, dass man den Wunsch nach einem Schuljahr in Amerika mit der Schule bespricht. Die Schule bzw. das zuständige Schulamt muss für ein Auslandsjahr die Freistellung von der deutschen Schulpflicht bewilligen. Daher ist es gut, sie so früh wie möglich in die Pläne einzuweihen. Ebenso sollten auch die Lehrkräfte mit ins Boot geholt werden, denn im Verlauf der Bewerbung werden Empfehlungsschreiben von diesen benötigt. In manchen Fällen verlangen die heimischen Schulen, dass während des Auslandsjahrs bestimmte Fächer oder Themen im Unterricht abgedeckt werden. Diese Angaben sind sehr wichtig für die Auswahl der richtigen Schule in Amerika.
Die Bewerbung für das Auslandsjahr in den USA
Zeitrahmen für Bewerbung und Entscheidung
Die allermeisten privaten Internate in den USA haben einen festen Bewerbungszeitraum. Dieser beginnt in der Regel im August oder September und reicht bis Januar oder Februar. Innerhalb dieses Zeitraums werden die einzelnen Bestandteile einer Bewerbung zusammengetragen und den Schulen vorgelegt. Nach dem Ende der Frist werden dort alle eingegangenen Bewerbungen von einem Komitee gesichtet. Meist erfolgt ab Mitte März die Rückmeldung, ob die Schule dem Bewerber einen Platz für ein Schuljahr in den USA anbieten möchte oder nicht.
Aus dieser Handhabung ergibt sich, dass es durchaus sinnvoll sein kann, Bewerbungen bei mehreren Favoritenschulen parallel einzureichen. Im besten Fall hat man dann im März mehrere Angebote vorliegen, unter denen man auswählen kann. Zwar ist eine Bewerbung an sich recht umfangreich, der zusätzliche Aufwand für mehrere Schulen hält sich aber in Grenzen. Die geforderten Elemente lassen sich in den meisten Fällen wiederverwenden. Hat man die Bewerbungsfrist verpasst, gibt es oft auch nach dem März noch die Möglichkeit, freigebliebene Restplätze an Schulen zu ergattern. Im Gegensatz zu den Schulen in den USA verzichten die kanadischen Internate übrigens auf eine feste Frist, hier können jederzeit Bewerbungen eingereicht werden; vorausgesetzt, es sind noch Plätze frei. Auch eine Handvoll von US-Schulen geht nach diesem System vor.
Zusammenstellen der Dokumente
Es lässt sich nicht verleugnen, dass eine Bewerbung für ein Schuljahr in den USA ziemlich viel Papier beinhaltet. Die folgenden Dokumente müssen immer vorgelegt werden; darüber hinaus gibt es bei manchen Schulen noch weitere Anforderungen:
- Ausgefülltes Bewerbungsformular von der Schulwebsite
- Zeugnisse der letzten zwei Jahre, im Original und in einer englischen Übersetzung, später im Januar / Februar noch das aktuelle Halbjahreszeugnis
- Eine benotete Englischarbeit aus jüngerer Vergangenheit, um einen Eindruck vom Umgang mit der Sprache zu vermitteln
- Empfehlungsschreiben der Lehrkräfte in Englisch und Mathe sowie eine Referenz des Klassenlehrers, Stufenleiters oder Schulleiters
Für letzteres gibt es jeweils feste Vordrucke, die aus einem Onlinesystem an die Lehrkräfte geschickt werden und die auch dort wieder hochgeladen werden müssen. Dasselbe gilt für die Originalversionen der Zeugnisse, auch diese müssen von der Schule hochgeladen werden. Es macht also keinen Sinn, solche Referenzschreiben schon im Voraus erstellen zu lassen. Vielmehr sollten die ausgewählten Lehrkräfte vorab über die kommende Anforderung informiert und die Email-Adressen aufgenommen werden.
Zusätzlich kann es vorkommen, dass sowohl vom Schüler als auch von den Eltern eine Art Motivationsschreiben erwartet wird. In diesem soll dargestellt werden, was man sich vom Auslandsjahr in Amerika, vom Leben an einem Internat allgemein und von der ausgewählten Schule im Speziellen erwartet. Weiterhin muss, oft erst zu einem späteren Zeitpunkt, eine Bankbestätigung vorgelegt werden. In diesem Schreiben, am Besten gleich auf Englisch, bestätigt die Hausbank, dass die Familie über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um das Schuljahr in den USA zu finanzieren. Diese Bestätigung ist später wichtig für das Visumsverfahren, das von Seiten der ausgewählten Schule vorbereitet werden muss.
Weitere Bewerbungsanforderungen
Leider ist es mit den Papieren und Formularen noch nicht getan. Zu jeder Bewerbung gehören noch zwei weitere, wichtige Bestandteile.
- Englischtest
Das Ergebnis eines standardisierten Englischtests ist immer ein fester Bestandteil einer Bewerbung. In aller Regel werden der TOEFL- oder der Duolingo-Test akzeptiert. Beide gibt es in einer Version, die man zu Hause erledigen kann, das Ergebnis leitet man an die Schule weiter. Es gibt keine feste Richtlinie, wie viele Punkte man erreichen muss, diese variiert von Schule zu Schule. In den allermeisten Fällen ist das Englischlevel der Schüler aus Deutschland aber ausreichend.
- Interview
Ein persönliches Gespräch mit jemandem aus dem Admissions-Team der ausgewählten Schule gehört ebenfalls immer zur Bewerbung. In diesem Gespräch, das über Zoom geführt werden kann, geht es den Schulen darum, die Bewerber besser kennenzulernen. Sie wollen zudem sicherstellen, dass die Bewerber mit der Schule, ihren Programmen, Philosophien und Angeboten vertraut sind. Dieses Gespräch führen die Schüler alleine, ohne Eltern.
Wer sich als talentierter Sportler für eine Schule bewirbt, die in einer Sportart ein Akademie-Programm anbietet, wird daneben oft noch ein weiteres Gespräch mit dem zuständigen Trainer führen. Oft wird hier auch darum gebeten, dass man ein Video mit Szenen aus Training und Wettkampf einsendet, damit sich die Trainer ein Bild machen können.
Familien, die sich für das Finanzhilfeprogramm einer Schule bewerben möchten, müssen die dafür erforderlichen Unterlagen ebenfalls bis zum Bewerbungsschluss einreichen. Manchmal gelten hierfür abweichende Fristen.
Von der Zusage bis zum Beginn des Schuljahrs in den USA
Fristen und Aufgaben
Wenn im März die Zusage von einer Schule vorliegt, geht es an die Vorbereitung des Auslandsjahres in Amerika. Zuerst muss das Platzangebot der Schule, das ggfs. in Verbindung mit einer Zusage über Financial Aid ausgestellt wurde, angenommen werden. Das geschieht formell, indem man innerhalb einer Frist von meist etwa vier Wochen die Registrierungsgebühr bezahlt. Das ist ein unterschiedlich hoher Prozentsatz der für das Schuljahr in Amerika fälligen Gebühren, also eine Art Anzahlung oder Hinterlegung. Im Laufe der folgenden Wochen und Monate wird die Schule die internationalen Familien dann durch die weiteren Schritte anleiten. So wird es etwa Infos zur Zimmerzuteilung und zur Fächerauswahl geben und die meisten Internate haben ein Handbuch, in dem viele praktische Hinweise stehen. Die Familien müssen unter anderem noch Angaben zur Krankenversicherung einreichen, ggfs. Uniformen bestellen und die genauen Reisepläne an die Schulen übermitteln, damit der Schüler am Flughafen abgeholt werden kann. Etwa einen Monat vor Beginn des Schuljahres in den USA wird dann die Rechnung über die Schulgebühren für das anstehende Schuljahr erstellt, die vor der Abreise beglichen werden muss.
Visum für ein Schuljahr in Amerika
Die Zahlung der Hinterlegungssumme führt dazu, dass die Schule einen Datensatz in der Datenbank des Department of Homeland Security anlegt. Das Dokument, das diesen Eintrag belegt, ist die Voraussetzung für die Erteilung eines Schülervisums. Dessen Beantragung ist ein mehrteiliger Vorgang, der aus einem umfangreichen Online-Fragebogen und einem persönlichen Interview im Konsulat besteht. Der eigentliche Antrag kann nur vom Schüler selbst gestellt werden; es gibt allerdings spezielle Visa-Agenturen, die dabei Unterstützung leisten können. Ein Visum ist in jedem Fall erforderlich; unabhängig davon, wie lang der Aufenthalt in den USA dauert. Es empfiehlt sich, mit dem Antrag frühzeitig zu beginnen, da die Antragsteller seit einiger Zeit intensiver überprüft werden. So müssen beispielsweise alle Antragsteller ihre Social-Media-Accounts auf öffentlich stellen. Beim Ausfüllen der Dokumente muss peinlich genau darauf geachtet werden, dass alle Angaben richtig sind und exakt übereinstimmen, zum Beispiel bei der Schreibweise des deutschen Buchstabens ß. Weiterhin ist es zu empfehlen, die für den Visumsantrag eingereichten Dokumente noch einmal in ausgedruckter Form mitzuführen, falls bei der Einreise am Flughafen Fragen aufkommen.
Die ersten Wochen am Internat in Amerika
Anreise und Ankunft
Die neuen internationalen Internatsschüler reisen meistens alleine an. Die Schulen fragen vorher ab, wer mit welchem Flieger wann ankommt und können manchmal auch Hinweise darauf geben, ob vielleicht noch ein anderer internationaler Schüler auf der gleichen Strecke anreist. Die Neuankömmlinge werden dann in den meisten Fällen am Flughafen empfangen und mit einem Bus oder Kleinbus zur Schule gebracht. Dort gibt es dann viele weitere Infos, man lernt die Zimmergenossen kennen und hat Gelegenheit, sich mit dem Campus vertraut zu machen. Selbstverständlich können die Eltern ihre Kinder auch begleiten, dann muss die Anreise zur Schule aber selbst organisiert werden, z.B. mit einem Mietwagen.
Die ersten Tage stehen dann ganz im Zeichen des Ankommens und Kennenlernens. Die Schulen haben viel Erfahrung mit internationalen Schülern und wissen natürlich, dass die ersten Tage schwierig sein können. Daher gibt es meist viel Programm, etwa eine Shopping-Tour für alle Neuankömmlinge, um sich das Boarding-Zimmer noch etwas persönlicher zu gestalten.
Ansprechpartner und Betreuung
Eine der wichtigsten Erkenntnisse für Schüler aus Europa ist oft: Es gibt an den Internaten in Amerika für alles einen Ansprechpartner und man braucht sich nicht zurückzuhalten, diese auch tatsächlich anzusprechen. Für alle persönlichen Belange können sich die Schüler an die sogenannten Hauseltern wenden. Das sind die Mitarbeiter, die jeweils für eine Wohneinheit auf dem Campus zuständig sind. Gegebenenfalls leiten die Hauseltern ein Anliegen auch in die richtigen Kanäle weiter. An größeren Schulen gibt es oft zusätzlich ein Team von Mitarbeitern, die für „Student Life“ oder „Residential Life“ zuständig sind und natürlich auch angesprochen werden können. Für alles Akademische sind die Lehrkräfte die Kontaktpersonen. Diese stehen in der Regel auch während der täglichen „Study Time“ zur Verfügung. Die Athleten unter den Schülern haben daneben noch Zugang zu den Coaches in ihrer Sportart und es gibt an vielen Schulen auch ein eigenes Health Center mit medizinisch geschultem Personal.
Nachmittage und Wochenenden am Internat in Amerika
Für ein Schuljahr in den USA an einem Internat ist der Aspekt der Freizeitgestaltung ebenso wichtig wie der Unterricht. Generell lässt sich sagen, dass die Tagesabläufe an den amerikanischen Internaten sehr strukturiert sind. Natürlich gibt es auch Freiräume für die Schüler und Zeiten, in denen sie tun können, was sie möchten. Dabei folgt aber alles einem Rahmen, der für die einzelnen Tage vorgegeben ist. Der Unterricht endet an den Werktagen am Nachmittag. Darauf folgen die selbst gewählten Aktivitäten, also zum Beispiel Treffen der studentischen Clubs oder eine Trainingseinheit des gewählten Sportteams. Meistens ist dann nach dem Abendessen eine Zeit vorgesehen, die etwa „Study Hall“ oder „Study Time“ heißen kann. Diese Zeit soll fürs Lernen und Vertiefen genutzt werden. Sie ermöglicht etwa Recherchen in der Bibliothek, die Erledigung der Hausaufgaben oder ein Gespräch mit dem Lehrer, falls etwas noch nicht ganz verstanden worden ist. Die Schüler, die bei einer Sportmannschaft dabei sind, haben während der Saison an den Abenden oft Wettkämpfe gegen andere Schulen. Die Study Time wird dann entsprechend vorverlegt.
Auch an den Wochenenden können Sportwettkämpfe auf dem Programm stehen. Insbesondere für die internationalen Schüler organisieren die Internate am Wochenende aber auch gemeinsame Unternehmungen oder Aktivitäten. Die Palette reicht dabei vom Kinobesuch über Felsenklettern, Radtouren oder gemeinsamen Kochen bis zu Ausflügen in die Umgebung oder in die nächstgrößere Stadt. Dabei werden etwa Museen oder Sportveranstaltungen besucht, man macht Sightseeing oder geht einfach zum Shopping.
Lange Wochenenden, Feiertage und Ferien
An einigen Feiertagen im Jahr findet an den amerikanischen Internaten kein Unterricht statt. Mitunter werden diese Feiertage mit Brückentagen zu langen Wochenenden kombiniert, an denen der Schulbetrieb ruht. Die einheimischen Schüler, die im Internat leben, nutzen diese Gelegenheiten häufig, um ihre Familien zu besuchen. Es ist nicht selten, dass die internationalen Schüler von ihren amerikanischen Freunden eingeladen werden, mitzukommen. Die nicht-einheimischen Schüler können während dieser kurzen Pausen im Schulbetrieb aber auch im Internat bleiben und werden dort verpflegt. Die Schülerbetreuung wird sich für diese Zeiten ebenfalls Aktivitäten einfallen lassen, zum Beispiel längere Ausflüge. Auch die Tage ohne Unterricht gehören zum Erlebnis eines Schuljahrs in den USA.
Ähnliches gilt auch für die kurzen Ferien. Meistens haben die amerikanischen Schulen einmal im Frühjahr (Spring Break) und einmal im Herbst (Thanksgiving) für eine Woche oder etwas länger keinen Schulbetrieb. An einigen Internaten kann man während dieser Zeiten auf dem Schulgelände bleiben. Selten gibt es die Option, dass internationale Schüler in diesen Ferien gemeinsame, von der Schule organisierte und betreute Reisen unternehmen. In den meisten Fällen aber sind die Internate in den Kurzferien geschlossen. Internationale Schüler müssen während dieser Zeit andere Unterkünfte finden. In der Praxis ist es oft so, dass ein internationaler Schüler bei einem amerikanischen Mitschüler oder bei einer Lehrkraft unterkommen kann. In den Sommer- und den Weihnachtsferien müssen die Boardingzimmer vollständig geräumt werden.
Wie eine Internatsberatung das Schuljahr in Amerika möglich macht
Es gibt im deutschsprachigen Raum eine Handvoll von Internatsberatungen, deren Services sich leicht voneinander unterscheiden. Coimbra Schulberatung ist auf die USA und Kanada spezialisiert. Üblicherweise werden diese Beratungsagenturen am Anfang des gesamten Prozesses tätig; also dann, wenn eine Familie sich ernsthaft mit dem Gedanken eines Schuljahres in Amerika beschäftigt.
Die typischen Dienstleistungen einer Internatsberatung umfassen:
- Allgemeine Erstberatung
Beantworten von allgemeinen Fragen und Orientierung in der Welt der Privatschulen im Ausland. Dazu gehören Infos zur generellen Lage im Zielland, zu Kosten und Optionen, eine Skizzierung des Bewerbungsprozesses und weiterer Schritte und Infos zur Anerkennung von im Ausland erbrachten Schulleistungen oder Abschlüssen. - Auswahl der Schulen
Zusammenstellung einer Auswahl an Schulen, die im Großen und Ganzen den Wünschen, Erwartungen und Anforderungen der Familie entsprechen. Diese Schulen werden den Familien dann näher vorgestellt. Gute Internatsberatungen werden bei dieser Vorauswahl die individuelle Persönlichkeit des Schülers berücksichtigen. Sie sollten dabei transparent auch die Punkte aufzeigen, die von den Erwartungen abweichen und nur die Schulen mit in die Auswahl nehmen, bei denen eine realistische Chance auf eine erfolgreiche Bewerbung besteht. Dabei arbeiten nicht alle Schulen mit allen Agenturen zusammen. Eine gute Beratungsagentur wird aber über die Grenzen des eigenen Portfolios hinausblicken, um wirklich passende Schulen zu finden. - Hilfe und Unterstützung bei der Bewerbung
Support beim Anlegen der Bewerbung, Erklärung der benötigten Unterlagen und Abläufe sowie Hilfe beim Zusammenstellen. Gute Internatsberatungen werden zudem dafür sorgen, dass die Bewerber auf das Interview mit der Schule vorbereitet sind und wissen, was sie erwartet. - Kommunikation
Die vielleicht wichtigste Aufgabe einer Internatsberatung. Die Agentur ist das Bindeglied zwischen den Schulen und den Familien. Das beinhaltet die konstante Aufrechterhaltung der Kommunikation in beide Richtungen, so dass beide Seiten stets auf demselben Stand sind, Fragen schnell und kompetent beantwortet werden können und keine Missverständnisse entstehen. Gegebenenfalls gehört auch das Erbringen von Übersetzungen in diese Kategorie. Der Berater sollte der Familie die nötige Sicherheit für die letztendliche Entscheidung geben können. Dazu gehört vor allen Dingen die Aufgabe, alle Fragen, Vorbehalte und Unsicherheiten zu adressieren. - Vorbereitung auf das Auslandsjahr in den USA
In aller Regel bedeutet die Entscheidung für ein Schuljahr in Amerika einen riesigen Schritt in der Biografie des Schülers – aber oft auch der Familien, die ihren Sohn oder ihre Tochter ziehen lassen. Oft ist das amerikanische Internat der erste Ort, an dem ein Schüler ohne die Familie lebt und manchmal ist es zudem die erste Amerika-Erfahrung überhaupt. Die Aufgabe des Internatsberaters ist, alle Beteiligten so gut wie möglich auf diese Erfahrung vorzubereiten. Ein guter Bildungsberater wird offen und ehrlich darüber informieren, wie der Alltag im Zielland funktioniert, wie das Leben an einem Internat ist und welchen Herausforderungen der Schüler begegnen wird. - After Sales Service
Wenn das Schulgeld bezahlt und der vermittelte Schüler ins Boardinghaus eingezogen ist, betrachten manche Internatsberatungen ihre Arbeit als erledigt. Die Erfahrung zeigt aber, dass auch im Laufe der Zeit an der Schule noch Fragen und Herausforderungen entstehen können, bei denen eine Schulberatung als Ansprechpartner eine wichtige Rolle einnehmen kann.
Fazit: Ein Auslandsjahr in Amerika
Ein Schuljahr in den USA oder Kanada ist immer eine bereichernde Erfahrung, die sich in vielerlei Hinsicht auswirken wird. Diese Zeit wird ein bedeutender Bestandteil der jungen Biografie, sie wird Augen öffnen und bleibende Erlebnisse verschaffen. Sie wirkt sich immer auf die Entwicklung der Persönlichkeit eines jungen Menschen aus. Zudem ermöglicht sie nicht nur eine deutliche Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch oft eine ganz neue Perspektive auf Lernen und Schule insgesamt. Es ist also in vielerlei Hinsicht ein großes und weitreichendes Projekt und wer jemals mit großen und weitreichenden Projekten zu tun hatte, wird wissen, dass diese niemals ganz ohne Reibungspunkte ablaufen. Im Zusammenhang mit dem Schuljahr in Amerika können Stolpersteine auftauchen, sowohl was den ganzen Bewerbungsprozess angeht als auch was Erwartungen und persönliche Erfahrungen angeht. Man geht mit diesem Projekt einen langen Weg über mehr als ein Jahr. Eine so lange Zeit ist nie komplett ohne Herausforderungen. Eine gute Internatsberatung ist ein hervorragender Begleiter für dieses Projekt. Berater kennen die Erfolgserlebnisse und die Abläufe, die Anforderungen und den Enthusiasmus. Sie können daher sehr gut und oft auch sehr individuell ein genaues Bild vermitteln und Familien zuverlässig begleiten. Wichtig ist dabei aber, dass die Bildungsberater offen und ehrlich kommunizieren, transparent arbeiten und sich nicht in Marketingfloskeln und Versprechungen ergehen, sondern die Sprache der Familie sprechen. Dann kann aus dem Traum vom Schuljahr in Amerika ein großes Erfolgserlebnis für alle Beteiligten werden.